Schmetterlinge - Zauber der Natur

Schmetterlinge gehören sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten Insekten. Die wissenschaftliche Bezeichnung Lepidoptera kommt aus dem Griechischen und bedeutet Schuppenflügler. Es gibt rund 180.000 verschiedene Schmetterlingsarten und jährlich werden über 500 neue Arten entdeckt. Schmetterlinge werden in der Entomologie (Insektenkunde) in zwei Gruppen eingeteilt: Tagfalter und Nachfalter. Die Flügel der Tagfalter sind meist bunt gefärbt und werden über dem Körper gefaltet. Im Gegensatz dazu sind die Nachfalter, wie der Name schon sagt, eher in der Nacht aktiv, ihre Flügel sind eher unauffällig gefärbt und werden flach auf dem Körper abgelegt.

In Österreich gibt es rund 4.000 Schmetterlingsarten, davon sind "nur" rund 200 Tagfalter. Die bekanntesten unter ihnen sind zweifellos der Zitronenfalter, das Tagpfauenauge und der Admiral. Der Zitronenfalter und das Tagpfauenaufe überwintern als erwachsene Tiere und sind deshalb oft bereits zu Beginn des Frühlings zu sehen.

Wenn Sie mehr über heimische Schmetterlinge wissen möchten, empfehlen wir Ihnen Schmetterlinge - Zauber der Natur. Dieser Folder wurde von der Umweltberatung in Kooperation mit dem Schmetterlinghaus erstellt und bietet sowohl Kindern als auch Schmetterlingsliebhabern viele interessante Fakten und Bilder zu heimischen Schmetterlingen.

Körperbau der Schmetterlinge


Der Körperbau der Schmetterlinge entspricht praktisch jenem aller anderen Insekten. Unterteilt wird der Körper in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Sie besitzen ein äußeres Skelett aus Chitin und mehrere in Ringen angeordnete Chitinplatten. Die Aufteilung in einzelne Segmente stellt die Beweglichkeit sicher. Typisch für den Schmetterling sind jedoch die Schuppen, die den gesamten Körper bedecken und oft sehr farbenfroh und charakteristisch gefärbt sind. 

Am Kopf befinden sich zwei lange Fühler, mit denen der Schmetterling "riechen" kann sowie zwei Facettenaugen, mit denen der Schmetterling Hell-Dunkel erkennen, Farben von Blüten sehen und Bewegungen möglicher Feinde wahrnehmen kann. Schmetterlinge ernähren sich auschließlich durch flüssige Nahrung, die sie mit dem einrollbaren Saugrüssel (Proboscis) aufnehmen.

Der Brustbereich dient mit Flügeln und Beinen der Fortbewegung, wobei die Flügel die eigentlichen Bewegungsapparate der Schmetterlinge sind. Die Flügelschuppen sind dachziegelartig übereinander angeordnet und enthalten bestimmte Farbstoffe. Jede Schuppe ergibt einen Farbpunkt im Muster der Flügel. Bei schillernden Schmetterlingsarten sind die Schuppen farblos und mit Luft gefüllt. Durch die Lichtbrechungseffekte glänzen die Flügel in wunderschönen Farbtönen. Auf der Brust befinden sich auch die 6 Beine, die durch Gelenke in mehrere Abschnitte unterteilt sind. Auf dem untersten Glied (Tarsus) sind Klauen oder Krallen zum Festhalten zu finden und auch Sinnesorgane zum "Schmecken" und "Fühlen", um beispielsweise Futter zu erkennen oder ob eine Pflanze zur Eiablage geeignet ist.

Der dritte Körperabschnitt ist der Hinterleib. Dieser besteht aus zehn Segmenten und beinhaltet die lebenswichtigen Organe wie das Herz, das Nervensystem, den Verdauungstrakt, die Fortpflanzungsorgane und oft auch verschiedene Drüsen, die bei manchen Schmetterlingsarten Duftstoffe produzieren. 

Lebenszyklus des Schmetterlings

Der Lebenszyklus ist bei Schmetterlingen ein einzigartiges Schauspiel. Die Metamorphose des Schmetterlings umfasst vier Entwicklungsstadien: Ei, Raupe, Puppe und Falter.

Die schillernden Farben und Muster des Schmetterlings dienen vor allem dazu, dass andere Geschlecht anzuziehen. Im Balzflug umtänzeln sich Männchen und Weibchen und meist folgt darauf die Paarung, wobei die Hinterleibsspitzen ineinander verhakt werden und die Befruchtung stattfindet. Nach einigen Tagen legt daraufhin das Weibchen die Eier auf einer bestimmten Futterpflanze ab. Die Eiablage (je nach Art zwischen 20 und 1.000 Eiern) erfolgt meist auf der Blattunterseite, damit sie vor Regen und Feinden geschützt sind. 

Im Ei entwickelt sich nun aus der befruchteten Eizelle ein Embryo und daraus die Raupe. Die Entwicklungsdauer variiert je nach Art und Jahreszeit. Die Raupe schlüpft daraufhin aus dem Ei und beginnt ihre Hauptaufgabe: das Fressen. Die erste Mahlzeit ist die Eischale, die viele wichtige Nährstoffe enthält. Raupen haben einen wurmförmigen Körper und einen stark gepanzerten Kopf mit großen Kiefern, die zum Fressen ideal geeignet sind. Im Mundbereich sind die Spinndrüsen zu finden, mit denen sie einen Seidenfaden erzeugen können, der zum Festhalten an der Pflanze dient und in weiterer Folge der Kokon für die Verpuppung gesponnen wird.

Zu Beginn des Puppenstadiums sucht sich die Raupe einen geeignete Platz für die Verpuppung. Viele Arten befestigen ihre Hinterleibsspitze an einem Blatt oder Ast und lassen sich kopfüber herunterhängen ("Stützpuppe"). Andere wiederum spinnen einen Faden um ihren Körper und den Ast um so aufrecht das Puppenstadium zu verleben ("Gürtelpuppe"). Nach außen hin wirkt die Puppe völlig reglos, aber im Inneren findet die Verwandlung von der Raupe hin zu einem Schmetterling statt.

Schließlich reißt die Puppenhülle auf und der Falter kriecht heraus. Zu Beginn ist seine Haut noch ganz weich und die Flügel sind eng zusammengefaltet. Der Schmetterling sucht sich nun eine geeignete Stelle um in Ruhe seine Flügel auszubreiten. Er pumpt Blut und Luft in die Flügel, bis sie ihre endgültige Größe und Schönheit erreicht haben. Nach etwa ein bis zwei Stunden sind die Flügel erhärtet und der Schmetterling kann sich in die Lüfte begeben. 

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