Schmetterlinghaus - Lage und Geschichte

 

Die Hofburg - ein Ort voller Geschichte

Das Schmetterlinghaus liegt direkt im Zentrum Wiens, einem Ort voller Glanz und Geschichte. Gleich neben dem Schmetterlinghaus befindet sich die Hofburg, die den Habsburgern bis 1918 als Residenz diente. Über die Jahrhunderte war die Hofburg Zeugin bedeutender politischer Ereignisse in Österreich und ganz Europa. Der "Reformkaiser" Joseph II. hat im 18. Jahrhundert in der Hofburg seine Modernisierungsprogramme entwickelt, 1814/1815 tagte hier der Wiener Kongress und Kaiser Franz Josef I. hat mit seiner Gattin Elisabeth (besser bekannt als Sisi) in der Hofburg residiert. Aber die Hofburg hat auch dunkle Tage erlebt, 1938 hat Adolf Hitler vom Balkon der Neuen Burg den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich verkündet. 

Auch heute noch ist die Hofburg das politische Zentrum Wiens. Der Bundespräsident residiert in der Hofburg, das Bundeskanzleramt ist hier zu finden und auch die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) hat einen permanenten Konferenzsitz in der Hofburg. 

Burggarten - Erholung einst und jetzt

Der Burggarten (vormals Kaisergarten) entstand um 1819 auf einem ehemaligen Festungsgelände auf dem sich einst die Augustinerschanze befand. Nach der Verwüstung durch die französische Armee beauftragte Kaiser Franz den Architekten Ludwig Gabriel von Remy mit der Planung und den Hofgärtner Franz Antoine den Älteren mit der Umsetzung des Gartens. Der "Blumenkaiser" ließ es sich als ausgebildeter und begeisterer Gärtner auch nicht nehmen, selbst mitzuwirken. Der so entstandende Garten diente dem Kaiser als Privatgarten, in dem er und seine Familie Ruhe und Erholung fanden. 1848 ließ Kaiser Franz Josef I. den Garten vergößern und in einen englischen Landschaftsgarten umgestalten. Seit 1919 ist der Burggarten öffentlich zugänglich und die Wienerinnen und Wiener schätzen diese grüne Oase mitten im Herzen der Stadt sehr.

Der Burggarten beherbergt außerdem mehrere Denkmäler, die gerne von Touristen besucht werden. Das wohl berühmteste unter ihnen ist jenes von Wolfgang Amadeus Mozart, aber auch Franz Josef I. und Goethe sind im Park zu finden.

Das Palmenhaus im Burggarten

Im Zuge der Umgestaltung des Burggartens wurde um 1823 auch ein klassizistisches Gewächshaus nach den Plänen von Ludwig Gabriel von Remy erbaut. Nach dem Abriss kurz vor der Jahrhundertwende, entstand 1901 das heutige Palmenhaus mit einer Länge von 128 Metern und einer Größe von rund 2.050m2. Das Gebäude wurde von Friedrich Ohmann entworfen und in einem Zeitraum von 5 Jahren erbaut. Der Kaiser nutzte sein privates Gewächshaus vor allem um Ruhe und Entspannung bei der Gartenarbeit zu finden. Heute ist es eine beliebte Touristenattraktion und beherbergt neben dem Schmetterlinghaus auch ein wunderschönes Kaffeehaus sowie Platz für Überwinterung von Pflanzen. 

Die Idee ein Schmetterlinghaus in Wien zu eröffnen, wurde in den 1980er Jahren von Stephen Fried geboren und von dem damaligen Direktor der Bundesgärten, Peter Fischer Colbrie, sogleich mit Begeisterung aufgenommen. Stephen Fried, ein gebürtiger Österreicher, hatte bereits einige Schmetterlingshäuser in Europa eröffnet, das größte befindet sich bis heute im Haga Park in Stockholm. Am 1. Mai 1990 wurde dann Österreichs erstes Schmetterlinghaus im Sonnenuhrenhaus in Wien Schönbrunn in Kooperation mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (kurz: Lebensministerium) eröffnet und entwickelte sich von Beginn an zu einem der Publikumsmagneten in Wien. Als 1997 das Sonnenuhrenhaus saniert werden musste, zog das Schmetterlinghaus an seinen heutigen Standort in das Palmenhaus im Burggarten, das zuvor aufwendig renoviert und den Bedürfnissen der Schmetterlinge angepasst wurde. Bis heute ist das Schmetterlinghaus an seinem jetzigen Standort im Wiener Burggarten eine der schönsten Attraktionen im Zentrum Wiens und bietet sowohl Touristen als auch der Wiener Bevölkerung ein einzigartiges Naturschauspiel. 

Das Palmenhaus gehört zweifellos zu den schönsten Gewächshäusern seiner Zeit und ist ein wahres Architekturjuwel und eine der Top-Attraktionen Wiens. Die Jugendstilornamente sind vollständig erhalten und zeigen einen wunderschönen Einblick in die Baukunst jener Epoche.

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